Inwieweit ist Suchttherapie mit Frauen anders?

Süchtiges Verhalten entwickelt sich im Spannungsfeld zwischen Person, Substanz und Gesellschaft. Frauen unterscheiden sich von Männern im Hinblick auf Suchtentstehung, Ausprägung und Verlauf. Der Alltag während der Suchtphase ist ebenso verschieden wie die Faktoren, die sie zum Ausstieg motivieren. Besonders schwerwiegend ist, dass bei suchtkranken Frauen häufig traumatische Lebensereignisse, sexualisierte Gewalterfahrungen sowie eine Kopplung von Sucht- und Gewalterfahrungen vorliegen.

Computer-Spielsucht und andere nicht-stoffgebundene Suchtformen

Suchtforschung galt bisher überwiegend der Auseinandersetzung mit stoffgebundener Abhängigkeit, also der Abhängigkeit von bewusstseinsverändernden Substanzen. Die Entwicklung in den letzten Jahren aber macht deutlich, dass sich das fachliche und öffentliche Interesse verstärkt auf die so genannten Verhaltenssüchte, die nichtstoffgebundene Abhängigkeit, richtet. Zu den Verhaltenssüchten werden exzessiv ausgeübte Verhaltensweisen gezählt, die einen belohnenden Effekt haben und die Kriterien einer Abhängigkeit erfüllen Die Anzahl Betroffener, die Beratung und Hilfe suchen, steigt.

Substitutionstherapie im Rahmen einer stationären Behandlung

Seit Oktober 2009 werden in der Therapieeinrichtung Meierhof ( Grüner Kreis ) Substituierte stationär behandelt. Das primäre Ziel ist eine stabile Substitution im Sinne der Einnahme des verordneten Mittels in der vorgesehenen Form (oral) und ohne Zusatzkonsum ( vor allem in Form von Tranquilizern ). Unsere Erfahrungen damit, während dieser relativ kurzen Zeit (knapp 18 Monate),werden das zentrale Thema des Workshops sein; insbesondere über pharmakologische- und suchttherapeutische Aspekte, den massiven Reduktions- bzw.

Spiritualität und Sucht

Historisch betrachtet, lässt sich schon bei William James (1902) die Einschätzung finden, dass die vollständige Heilung einer Suchterkrankung insbesondere durch „leidenschaftliche Religiosität“ erfolgen kann. Auch finden der Schweizer Psychoanalytiker C. G. Jung und Bill Wilson, ein Mitbegründer der Anonymen Alkoholiker (AA), eine gemeinsame Formel zur Suchtbekämpfung „Spiritus contra Spiritum“ (sinngemäß der „Heilige Geist“ gegen den „Geist im Alkohol“). So kann nach deren Meinung nur einer dem Menschen inne wohnen bzw. „treibt der eine den anderen gleichsam aus“.